Die Zeiten langwieriger Audits sind vorbei: Zertifizierungen können bereits online vorbereitet werden und sparen damit Zeit und Geld. Ein neues Fenster im Qualitätsmanagement tut sich auf, das vor allem ressourcenknappe Unternehmen rasch nutzen werden, ist der deutsche Qualitäts-und Zertifizierungsmanager Thomas Werner überzeugt.

„Qualitätsmanagement in der Cloud hat heute bereits direkten ISO-Bezug. Die Dokumentenprüfung vor Ort ist Schnee von gestern“, weiß Thomas Werner, Berater und Entwickler von individuellen Qualitäts- und Managementsystemen. „Alle notwendigen Dokumente für eine Zertifizierung sind ja jetzt bereits oft im Intranet eines Unternehmens zugänglich. Da kann die Prüfung auch gleich via Cloud erledigt werden“, sagte er.

Deutlicher Kostenvorteil

Der Vorteil von Zertifizierungen über die Cloud liegt auf der Hand. „Da fällt einmal mindestens ein halber Tagessatz weg, auch bei kleinen Unternehmen“, so Thomas Werner und fügt verschmitzt hinzu: „Vorausgesetzt, sie haben den richtigen Zertifizierer.“ Darüber hinaus werden aber auch Infrastrukturkosten gespart. Damit geht Qualitätsmanagement aus der Cloud noch einen Schritt weiter als klassische QM-Software, weil selbst der Aufwand der Installation der Software wegfällt, wie Schulung und Wartung in den oft komplexen Systemen.

Für den Zertifizierer, aber letzten Endes auch für das Unternehmen selbst, bieten Cloudlösungen noch den Vorteil von nahezu omnipräsenten Dokumenten. Den Aspekt Sicherheit sieht Thomas Werner dabei entspannt: „Wenn man mit den Unternehmen redet, verstehen sie, dass dieses System nicht weniger sicher ist als die bestehende IT-Infrastruktur. 

Die Internetseite liegt ja schon jetzt außerhalb des Unternehmens und auch – bei dem einen oder anderen – das Intranet“, sagt Thomas Werner. Außerdem werden für das Qualitätsmanagement, speziell für die Zertifizierung, keine sensiblen Daten in der Cloud abgelegt, also weder Kunden noch Mitarbeiterdaten.

Kleine Dienstleister profitieren

In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde es jedenfalls zu großen Umstrukturierungen; kommen, ist Thomas Werner überzeugt. „Unternehmen ab einer bestimmten Größe werden nach wie vor einen eigenen Qualitätsmanager im Haus haben und deren Prüfaufkommen wird sich auch nicht signifikant ändern. Aber vor allem der Dienstleistungssektor in Betriebsgrößen unter 30 Mitarbeitern wird umdenken“, schätzt Werner. „Wenn ein kleiner Installateur den Auftrag einer Schule im Ort haben will, muss er eben die Ausschreibungsbedingungen erfüllen. Und wenn er erst einmal merkt, wie einfach diese Systeme zu bedienen sind, wird er rasch aufspringen“, glaubt er. Bei den Beratern werde es ebenfalls einen Ruck geben: „Die können schneller handeln und damit auch günstiger anbieten“, so Thomas Werner. Die Möglichkeiten für die beschriebenen Vereinfachungen via Cloud-Lösungen sind übrigens in der Revision der ISO 9001 explizit enthalten. 

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