Die Zukunft von Beratern…

fragen Sie sich das auch, sind Sie auch betroffen? Geht es Ihnen auch so?

Jeden Morgen wache ich auf und denke positiv „das wird ein toller Tag“. Bis ich mich an den Computer setze und die aktuellen Meldungen angezeigt werden…

Seit über zwei Jahren lebe ich – und ich behaupte, dass es nicht nur mir so geht – mit großen Einschränkungen. In meinem Job war ich vor der Pandemie 2-3 Tage bei meinen Kunden vor Ort und wir haben gemeinsam daran gearbeitet das Unternehmen besser zu machen. Es war echt! Es hat uns gegenseitig bereichert! Und meinen Kunden war es selten zu viel, naja einige haben mich sicherlich lieber von hinten gesehen, wenn ich gegangen bin.

Spaß beiseite, sicherlich sind wir Berater auch mal anstrengend für unsere Kunden. Jedoch ist es quasi doppelt wertschöpfend, gemeinsam etwas zu erreichen und über mehrere Jahre zusammen zu arbeiten. Und ja, jede Kooperation erschöpft sich irgendwann.

Doch wie war es nun in den letzten Jahren.

Zuerst haben wir alle geschaut was sich da tut. Was ist das und wie sollen wir damit umgehen? Die Pandemie hat uns allen viel abverlangt. Besonders ich als Berater habe darunter gelitten, nicht nur monetär.

Am Anfang gab es noch viel Verständnis auf beiden Seiten und wir haben uns an die Kontaktbeschränkungen gehalten. Manches was dringlich war konnten wir auch gemeinsam und digital erledigen. Jedoch sind mir viele gebuchte Termine weggebrochen und hier behaupte ich wieder, dass wir alle dafür Verständnis hatten. Jedoch hat sich dieses Verständnis mit der Zeit echt aufgebraucht.

Wir mussten lernen damit umzugehen, auch wenn es nicht leicht war und ist. Nun nach zwei Jahren ist es – aus meiner Sicht – an der Zeit wieder zu einem normalen Leben zurückzufinden. Die Pandemie hat – zumindest zurzeit – den von der Politik und den Wissenschaftler aufgezeigten Schrecken verloren. Ich persönlich denke, es ist an der Zeit das wir das Corona Virus in unserem Leben wie eine Grippe betrachten und lernen damit umzugehen. Ich bin mehrfach geimpft und habe auch kein Problem Abstand zu halten und einen FFP2 Maske zu tragen, das werde ich auch weiterhin tun. Genauso wie ich mich jeden Tag teste.

Und was ist heute? Meine Sorgen sind echt nicht geringer geworden. Jetzt haben wir einen Krieg in Europa der eskalieren könnte, woran ich nicht denken mag.

Nun beides, Pandemie und Krieg haben für mich eine Gemeinsamkeit. Wieder geraten wir Berater in den Hintergrund. Da hat es sich gerade etwas normalisiert. Meine – und vielleicht auch Ihre – Leistungen wurden wieder angefragt. Die Waage der Mitteilungen hatte sich gerade wieder etwas eingependelt und nun wird alles wieder überlagert von der nächsten Krise und alle Erinnerungen sind wieder präsent.

Auch die Krisen vor der Pandemie sind wieder da. Die Depressionen nehmen täglich zu… und was können wir Berater tun? Nichts! Weil wir darauf angewiesen sind das unsere Kunden sich gemeinsam mit uns hinsetzen und die Probleme, die da sind, lösen. Oder eben die Chancen und Potentiale nutzen, gemeinsam neue Weg heraus aus dieser verzwickten Lage, in der wir uns alle befinden. Vielleicht geht es Ihnen auch wie mir. Es ist für mich sehr leicht für einen Kunden Lösungen zu finden und dann die Potentiale aufzuzeigen, Maßnahmen zu bestimmen, um besser zu werden.

Leider kann ich das für mich selbst nicht. Aber vielleicht ist das auch die Chance für uns Berater. Vielleicht können wir gemeinsam etwas bewegen. Lassen Sie uns gemeinsam über unsere Ängste und Sorgen sprechen und schreiben, lassen wir alle, die es interessiert, an unserem Seelenleben teilhaben.

Denn wir sind wichtig und haben etwas zu sagen! Lassen Sie es uns gemeinsam tun.

 

 

 

 

Eine Antwort

  1. Ich habe ihren Artikel aufmerksam gelesen und möchte dazu meinen Beitrag leisten.

    Sie sprechen von Offenheit und Ehrlichkeit.
    …von Aufbruch und Ängsten
    …diese Sorgen schwingen mit bei vielen von uns und gleichzeitig sehe ich die Kraft die dahinter steckt diesen Ängsten entgegen zutreten und mit zur Entwicklung anzubieten.
    Institutionelle und verantwortungsvolle Führungskräfte müssen sich heute entscheiden zwischen einer Politik und einem Unternehmerischen Verhalten. Unsere Gesellschaft im deutschsprachigen Umfeld spaltet sich in zwei voneinander trennende Gruppen.

    Die einen, die wollen und finanziell können und die 2. Die wollen aber nicht finanziell Support werden weil sie eine kurze finanzielle Möglichkeit bieten.

    Mein Vorschlag:
    #investoren
    #verantwortung

    Konkrete Bindungen und Netzwerke aufbauen um gemeinsames zu entwickeln und partizipieren.
    1+1=3 Prinzip
    Damit wären allen geholfen,

    Die fehlende finanziellen Anreize im Beratungsleistungen investieren die einen nachweislichen Mehrwert bringen als ein 100Mrd. Paket politisch zu verabschieden, dessen Nachweis Arbeit ihres Einsatzes nicht vorhanden ist- im Gegenteil.
    Der Wert zwischenmenschlicher Interaktionen muss ! höher eingestuft werden als alles andere bekannte. In Zeiten von Krisen muss davon gesprochen werden in allen Kirchen, Verbänden, Lager, Stammtischen, Restaurants und vor allen in jeder Mensa des Landes.
    Ich empfinde ihre offene Beschreibung ihrer Gefühlslage als sehr wertvoll für die gesamte Branche und kann Sie nur ermutigen, die Gewissheit nicht zu verlieren , das es da draußen noch Menschen mit humanistischen Weltbild und Naechstenliebe hat-> für die Jenifer und alle anderen die Folgen sind diese Zeilen gerichtet.
    Mit freundlichen Grüßen

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Der Autor
Thomas Werner
Thomas Werner

Wider das Geläufige… oder was unterscheidet mich von anderen alten, weißen Männern? Auf den ersten Blick nicht viel: Ich bin über 50, fahre Auto, spiele ohne Scham Golf, bin das letzte Mal vor drei Jahren mit dem Flugzeug geflogen und würde es bei Gelegenheit eiskalt wieder tun. Sie merken: ich bin mehr als die Summe meiner Worte.

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